Die Chorproben

Wer ein musikalisches Werk aufführen will, muss es proben. Aber wie läuft so etwas ab?

Das Einsingen

Jede Chorprobe beginnt mit einem Einsingen. Warum? Die Stimmbänder sind Muskeln und funktionieren entsprechend. Ein Sprinter kann nicht aus dem Stand 100 Meter in Bestzeit laufen. Er muss sich vorher warm machen. So ist es auch beim Sänger: Er muss sich einsingen, um die Stimme auf die Probe bzw. das Konzert vorzubereiten.

Anhand spezieller Übungen werden dabei Kopf- und Brustregister sowie der Atem trainiert, wird die Stimme behutsam in die Höhe und zu den tiefsten Tönen geführt. Erst dann ist die Stimme bereit für das Singen.

Die Probe

Die Proben dienen der Vorbereitung der Konzerte. Ein Probenplan gibt an, welches Werk zu welchem Zeitpunkt einstudiert wird. Der Chorleiter ist verantwortlich für die Vorbereitung des Chores; bis zu den Endproben wird er von einem Repetitor am Flügel unterstützt.

Das Werk wird stückweise eingeübt. Wichtig ist, dass der Chorsänger regelmäßig und vorbereitet zu den Proben erscheint, er sich also seine Stimme vor der Probe schon so gut wie möglich daheim angeeignet hat. Proben-CDs mit den einzeln aufgespielten Stimmen helfen den Sängern bei Bedarf bei dieser „Hausaufgabe“.

Die Probe selbst dient der Zusammenführung der einzelnen Stimmgruppen und der Arbeit am musikalischen Ausdruck. Bis der Satz bzw. die Chornummer am Ende der Probe als Ganzes erklingt wird an nur einzelnen Takten oder Passagen gefeilt, an der richtigen Intonation, an der Balance zwischen Gesang und Textverständnis. Geklärt werden dabei auch musikgeschichtliche Fragen: Warum hat der Komponist so geschrieben? Was ist an dieser Passage klassisch? Das praktische Singen erfährt so seine theoretische Unterfütterung.