
Harry Curtis wurde wurde in Cambridge geboren und begann seine musikalische Laufbahn als Chorknabe in St. George’s Chapel, Windsor, wo er häufig für Königin Elizabeth und die königliche Familie sang. Das Dirigentenfach studierte er unter Sir Colin Davis und Colin Metters an der Royal Academy of Music in London und später an der Universität der Künste Berlin unter Lutz Köhler. In zahlreichen Meisterkursen bei Dirigenten wie Pierre Boulez, Jorma Panula, Leonard Slatkin und Ilya Musin vervollständigte er seine Ausbildung.
Im Jahre 2002 war er Preisträger des Dirigentenwettbewerbs in Leeds. Er dirigierte unter anderem das Londoner Symphony Orchester, das Budapest Festival Orchester, das Bournemouth Symphony Orchester, die Berliner Symphoniker, das English Symphony Orchester und das Orchester of Opera North. Zudem trat er in der Staatsoper Berlin sowie beim Londoner Battersea Arts Festival auf, wo er eine Produktion von Maxwell Davies’ The Lighthouse leitete.
1996 übernahm Harry Curtis die Leitung der London Chamber Group, mit der er bereits zwei CD-Aufnahmen mit Werken von Mozart, Schubert und Bach einspielte. 2001 wurde er zum Leiter der London Pergolesi Sinfonietta ernannt. Seit 2005 arbeitet er als festangestellter Dirigent bei den Bochumer Symphonikern, leitete dort zahlreiche Symphonie- und Sonderkonzerte und arbeitete mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Tabea Zimmermann, Radu Lupu, Robert Levin, Frank Peter Zimmermann, Sol Gabeta, Antje Weithaas und Marc Andre Hamelin, zusammen.
Zudem leitet Harry Curtis den dem Orchester angeschlossenen Philharmonischen Chor Bochum, mit dem er im November 2010 anlässlich des 150-jährigen Chorbestehens neben Mozarts Messe in c-Moll auch das Auftragswerk Pater noster – Unser Vater von Stefan Heucke nach Texten von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert zur Uraufführung brachte. Der Chor war unter seiner Leitung auch zu Gast in einer großen Samstagabend-Unterhaltungsshow der ARD.
2006 und 2007 brachte er bei der Ruhrtriennale als zweiter Dirigent in der Bochumer Jahrhunderthalle die Zimmermann-Oper Die Soldaten (Regie: David Pountney) zur Aufführung, die 2008 beim Lincoln Center Festival in New York auch international Erfolge feierte. Er verantwortet als musikalischer Leiter regelmäßig Musiktheaterproduktionen im Bochumer Prinz-Regent-Theater, unter anderem John Cages Europera V , Pergolesis Die Magd als Herrin sowie die Uraufführung von Mein Lieber Schwan, ein Werk mit Liedern von Ralph Benatzky, Friedrich Hollaender und Oscar Straus. Für die Musiktheater-Produktion Die Geschichte vom Soldaten/Das Behr-Kyrsh-Projekt (Igor Strawinsky/Moritz Eggert) wurde Harry Curtis 2008 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater pur unter die besten Dirigenten Nordrhein-Westfalens gewählt.
Beim norwegischen Stavanger International Chamber Music Festival 2009 leitete er das Stavanger Symfoniorkester in einer Produktion mit Werken von Thomas Ades, Elliot Carter und Charles Neidich. 2011 wurde er in die USA eingeladen, wo er beim Spoleto Festival ein von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiertes Konzert mit dem Spoleto Festival Orchester dirigierte.
Darüberhinaus gilt Harry Curtis´ besonderes Interesse außergewöhnlichen Crossover-Projekten: So leitete er Konzerte mit dem berühmten iranischen Tarspieler Keivan Saket sowie dem türkischen Ensemble Sarband und dirigierte eine Produktion mit dem Mundharmonicaspieler Robert Bonfiglio, bei der Elvis Lives von Eric Knight zur Aufführung kam. Mit den Pop- und Jazz-Stars Take Six und Herbert Grönemeyer arbeitete er sowohl bei Konzerten mit Orchester wie bei Studioaufnahmen eng zusammen.
Weitere Infos über Harry Curtis finden Sie unter www.harrycurtis.com.